Odysee zur Mülltonne

Hej!

Der ein oder andere weiß es vielleicht schon, meine Freundin und ich wohnen seit dem 01.07.08 zusammen. Pflichtbewusst wie wir nun mal sind, haben wir uns pünktlich umgemeldet. Da fing der Spaß auch schon an…

Mysteriöser Zuwachs und Todesfälle

Im Fliederweg Nummer 8 in Laufdorf wohnen zwei „Parteien“, neudeutsch Familien oder Lebensgemeinschaften. Wie auch immer, unten wohnen Patrick, Kathrin und Justin, oben Melli und ich. Wer rechnen kann, merkt, das es insgesamt fünf Leute im Haus hat.

Im Lahn-Dill-Kreis gibt es ab fünf Personen insgesamt fünf Mülltonnen:

  • Zwei Mal Restmüll (groß und klein),
  • zwei Mal (groß und klein)
  • und eine Bio-Tonne.

Wir saßen also bei der Anmeldung, die Formalien waren geklärt.

So, ich schaue noch mal, wie es bei Ihnen mit den Mülltonnen aussieht. Ah, ich sehe, da wohnen jetzt sieben Personen im Haus. Da müssen noch zwei kleine Tonnen geliefert werden.

Sieben? Mal nachzählen: Patrick, Kathrin, Justin, Melli und ich. Nach Adam Riese 5. Wir klären die Frau von der auf.

Ja, das sind fünf. Es sind aber sieben gemeldet. Ich prüfe das. Die Tonnen sind in etwa 4 Wochen da.

Prima. Wir gehn also und freuen uns auf die Zeit im Fliederweg.

Vier Wochen später…

Da unsere kleine Restmülltonne mittlerweile da ist, die Papiertonne aber immer noch fehlt, rufe ich mal an.

Ja, in Ihrem Haus wohnen ja nur vier Leute, da steht Ihnen gar keine Tonne mehr zu. Ich lasse die schwarze abholen.

Vier? Mathematisch korrekt sind doch wohl 1+1+1+1+1 = 5 und nicht 4. Naja, das hat die Dame dann wohl auch irgendwann gemerkt, denn unsere schwarze Tonne wurde nicht abgeholt. Übrigens bei der Lebensgemeinschaft unten ist auch niemand verstorben. Sind alle noch putzmunter 🙂

Tauschen Sie Ihre kleine gegen eine große!

In den Schöffengrunder Nachrichten taucht im September (es fehlt jetzt seit 2 Monaten eine kleine Papiertonne) folgende Anzeige der Abwallwirtschaft Lahn-Dill auf:

Tauschen Sie Ihre kleine gegen eine große!

In einer Aktion konnte man seine kleine Tonne gegen eine große Tonne kostenlos austauschen lassen. Man sollte nur hinschreiben. Prima, denke ich. Eine große Tonne ist besser als gar keine. Also schreibe ich eine eMail hin. Der Inhalt war in etwa so:

Ich würde gerne meine nicht vorhandene kleine blaue Tonne gegen eine große blaue Tonne umtauschen. Die Gemeinde Schöffengrund hat es bis her leider nicht geschafft, uns eine kleine zuzustellen.

Damit der Bürgermeister auch mitbekommt, was so vor sich geht, setzte ich ihn als Kopie mit in den Versendungskreis.

Auf die Antwort warte ich heute noch. Im Oktober beginne ich, mich ein wenig zu ärgern.

Biref nach 3 Monaten

Im Oktober wird dann ein Brief verschickt. Wir fordern die Gemeinde auf, uns unverzüglich eine Tonne hinzustellen und uns die Müllgebühren zu ersetzen. Der Brief war direkt an den Bürgermeister addressiert.

Ein paar Tage später blinkt meine Anrufbeantworter-Taste, der Dennis, ein alter Schulfreund, der jetzt bei der Gemeinde ist, sagt, ich soll ihn zurückrufen.

Man reagiert also. Voller Begeisterung rufe ich am nächsten Tag an. Hier die wichtigsten Knackpunkte des Gesprächs:

Der Bürgermeister fühlt mit euch.

Die Tonnen von April werden jetzt langsam ausgeliefert.

Sie müsste bald kommen, wenn nicht, wende dich an den Kreis.

Es sind viele Leute sauer und der Bürgermeister auch, weil das nicht klappt. Er wird das mit dem Kreis abklären.

Keine Tonne im November

Mittlerweile gewöhnt man sich dran. Die große Papiertonne von der Lebensgemeinschaft unten ist immer rappelvoll. Man kann sie manchmal kaum bewegen. Aber es ist ärgerlich, zumal auch die Müllgebühren bezahlt werden müssen.

Ich schreibe also mal wieder eine eMail an den Kreis. In der steht ganz simpel drin, das ich extrem sauer bin und sofort gerne eine hätte und meine Müllgebühren erstattet. Weggeschickt habe ich die Mail Ende November. Eine Erinnerungsmail gabs am 05.12.08.

Ich bin mal gespannt, wann denn eine Antwort kommt…

Da der Kreis seine eMails scheinbar nicht beantwortet, schreibe ich meine Mail um. Jetzt ist sie ein Brief mit Briefmarke und wurde am 11.12.08 verschickt. Briefe werden häufig beantwortet…

Sauer und zu allem bereit…

Das ich vom Lahn-Dill-Kreis so ignoriert werde stimmt mich ärgerlich. e.On sieht es übrigens auch nicht ein, auf eMails zu antworten, geschweige denn zu reagieren, aber das ist eine andere Geschichte.

Alles in allem hat sich meine Wut über den ganzen Kram entladen. Ich habe meine Position in der Gemeindevertretung ausgenutzt und eine Anfrage an den Bürgermeister gestellt. Zuvor habe mich umgehört und herausgefunden, das es einigen „Parteien“ in Schöffengrund ähnlich geht.

Die Anfrage forderte eine Stellungnahme vom Bürgermeister zu dem Thema und beinhaltete eine verkürzte und verallgemeinerte Form meiner Leidensgeschichte. Obwohl einige Hansels der CDU das ganze belächelt haben, hat der Bürgermeister geantwortet und deutlich gemacht, das ihn das Thema auch gehörig nervt.

Ich habe dem Kreis mitgeteilt, das wir allen Bürgern, die nicht innerhalb von vier Wochen ihre Tonnen hatten, die Müllgebühren erstatten!

Fortsetzung folgt…

Das ist ein Wort bzw. eine Aussage 🙂 Ich werde auf jeden Fall mal abwarten, was der Kreis mit meinem Brief macht, wann die Müllgebühren erstattet werden und wann, das ist ja das wichtigste, wann die Papiertonne endlich kommt.

Liebe Grüße
Benni

Veröffentlicht von

Benni

Hallo, ich bin Benni und ich blogge hier über verschiedene Themen. Sehr gerne z.B. über Tipps und meine Hobbys außerhalb des Netztes. Wenn euch die Seite gefällt, lasst doch einen Kommentar da :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.