Hochzeitsreise Cabo Verde

Hej,

nach langer, langer Zeit gibt es endlich wieder ein Lebenszeichen von mir. Wie der ein oder andere ja weiß, gab e sin letzter Zeit viele Veränderungen. Veränderungen können sowohl positiv oder negativ sein… Meine waren durchweg positiv 🙂

Hier jetzt also der Bericht von den Kap Verden. Oder der Bericht unserer Hochzeitsreise. Je nachdem …

Cabo Verde

Die Flitterwochen führten und mich in eins der ärmsten Länder der Welt. Auf den Insel-Staat Cabo Verde im Atlantischen Ozean, in etwa auf der Höhe von Dakar (Afrika).

Der Flug von Frankfurt dauerte ca. 6 Stunden und wurde von TUI fly durchgeführt. Eine sehr angenehme Airline mit freundlichem Personal und gutem Essen. Für so einen langen Flug kann ich jedem nur XL-Sitze empfehlen 🙂

In Cabo Verde angekommen sind wir auf der Insel Boa Vista gelandet. Die Insel ist eine der zwei großen Sandinseln, die schon „sehr“ touristisch erschlossen ist. Das heißt, dass es hier schon mindestens zwei All-Inklusive-Hotels gibt. Boa Vista hat derzeit 4 😉

Unser Hotel war das Iberostar Club Boa Vista und lag etwa 10 Minuten vom Flughafen Rabil entfernt. Das Hotel hatte eine fantastische Anlage: Die Gäste lebten in kleinen Bungalows und es gab fast immer was zu Essen. Schwierig war die Zeit zwischen 18:00 und 18:30 Uhr. Da gab es mal nix. Verdammt!

Das Hotel verfügte über einen großen Pool und einen kleinen Endless-Pool, bei dem man das Gefühl hatte, in den Horizont zu schwimmen. Am Pool waren wir selten, weil hier eigentlich immer alle Liegen besetzt waren. Mit Handtüchern.

Der Strand war der Hammer. Kilometerweit Sand und vielleicht mal ein bis zwei Menschen. Praktischer Weise war der Strand etwas entfernt von den All-Inklusiv-Leistungen, so dass es hier immer freie Liegen gab. Außerdem ist es am Strand viel cooler als am Pool 🙂

Dennoch kam immer wieder mal ein Kellner an den Strand und brachte Getränke. Wie gesagt, der Service war der Hammer.

Das Meer war türkisblau, warm und ab und zu auch schön wellig. Kurzum: Traumhaft.

Das Hotel war sehr sauber und das Essen war sehr, sehr gut. Wir haben also die ersten drei Tage sehr entspannt verbracht und einfach mal die Ruhe genossen. Dann ging auch schon unsere Rundreise los.

Unsere Reiseleitung holte uns und die Familie Günter am Hotel ab und fuhr mit uns an den Flughafen. Hier flogen wir mit der TACV Cabo Verde Airlines von Boa Vista über nach . Der Kapverdianer an sich ist sehr ängstlich wenn er reist. So kann es also durchaus mal sein, dass man beim Aussteigen im Gang einer kleinen Propeller-Maschine überholt wird…

Santiago

Santiago ist die afrikanische Insel der Kap Verden. Auf der Insel mit der Hauptstadt leben viele Menschen noch in Armut und ohne fließendes Wasser. Dennoch sind uns alle Einheimischen mit einer unglaublichen Freundlichkeit und Lebensfreude begegnet.

Untergebracht waren wir im Oásis Atlantico Hotel in Praia. Das Hotel dient hauptsächlich als Hotel für Geschäftsreisende und war ein wenig in die Jahre gekommen. Melli und ich hatten Halbpension gebucht, die Günters nicht. Was zu witzigen Situationen beim Essen, was sehr lecker war, führte. Der Kellner konnte nur französisch, was wiederum von uns keiner konnte. Mit Händen und Füßen haben wir uns dann verständigt…

Am nächsten Tag ging es dann einmal um die Insel. Die eigentlich für zwei Tage vorgesehenen Ausflüge wurden an einem Tag durchgeführt. Das war ein wenig anstrengend, weil einige Bereiche nicht so ausgiebig besucht werden konnten. Dennoch haben wir sehr, sehr viel vom Land gesehen.

Angefangen haben wir mit dem Fort Real de Sao Filipe, welches zur Abwehr von Piraten gebaut war und oberhalb des „Sklaven-Schulungs-Tals“ lag. In besagtem Tal wurden die afrikanischen Sklaven „ausgebildet“ für ihre Arbeit. Heute leben die Mensch hier von der Landwirtschaft, da das Tal sehr fruchtbar ist.

Danach haben wir das Zentrum der Insel, die Stadt Assomade, besucht. Hier haben wir auch einen typischen Markt gesehen. Die Hühner wurden Just in Time geschlachtet, waren aber schon vorgerupft. Für den Europäer an sich sehr befremdlich…

Am nächsten Tag haben wir uns dann die Stadt Praia angeschaut. Teilweise gibt es hier sehr schöne Ecken. Dennoch gab es viele Bettler und auch die Gefahr von Taschendieben war hoch. Im Reiseführer stand passenderweise: Wenn man ein paar Stunden in der Stadt war, dann reicht das auch. Und das stimmte.

Anschließend sind wir mit dem Flieger auf die Vulkaninsel Fogo geflogen.

Die Flugpläne haben übrigens nie gestimmt, wir haben immer sehr viel Wartezeit am Flughafen gehabt.

Fogo – Die Feurige

Auf Fogo haben wir dann unsere Führerin Helga getroffen. Die gebürtige Kölnerin ist vor einigen Jahren auf den Kap Verden eingewandert.

Nachdem wir im Hotel unsere Koffer abgestellt haben (Hotel Xaguate) sind wir zum Mittagessen gefahren. Das Lokal war sehr nett und total Klasse eingerichtet. Außerdem war das Essen verdammt lecker.

Nachdem Essen ging es dann zur Bucht Las Salinas, wo wir ein Lavabecken besichtigt haben. Vorher haben wir eine Kraterwand des Vulkans befahren und waren in den Wolken. Es ist total verwunderlich, was so ein paar Wolken mit der sonst trockenen Vegetation anstellen.

Nach der Rückfahrt haben wir uns die Stadt Sao Filipe (Hauptstadt von Fogo) angeschaut. Helga führte uns durch die schönen Gassen und auch in eine typische kapverdische Bäckerei Hier spendierte sie leckere Ziegenkäse-Kuchen. Der war noch lauwarm und eine echte Wucht…

Danach konnten wir das Hotel noch ein wenig genießen. Das Hotel liegt direkt auf einer Steilküste am Meer und hat einen schönen Pool und eine tolle, aber kleine Anlage. Auch die Zimmer waren toll eingerichtet. Ein bisschen schade war, dass der Service nicht so wirklich toll war. Auch das Frühstück war nicht so der Renner.

Am nächsten Tag sind wir auf den Vulkan Pico de Fogo gefahren. Die Fahrt hochhinauf war atemberaubend, da man immer einen tollen Ausblick hatte. Dann kamen wir am Krater an und sind hinein gefahren.

Eine irre Mondlandschaft mit zerklüfteten Felsen und alles in Schwarz. Und zwischendrin das Leben in Form von Sträuchern und Pflanzen. Wahnsinn.

Heute hatten wir noch einen weiteren Guide dabei, mit dem wir den „kleinen Pico“ bestiegen haben. Zu Fuß ging es dann auf den Gipfel des Kraters von 1995. Insgesamt waren das ca. 300 Höhenmeter. Anschließend ging es weiter in das Dorf im Schatten den Picos. Nach einem langen aber tollen Marsch durch die Mondlandschaft haben wir in einem Restaurant sehr gute Chalupa mit Fisch bzw. Hähnchen gegessen.

Anschließend ging es zu einer Weinprobe und dann wieder ins Hotel.

TACV – Chaos pur

Am nächsten Tag ging es dann weiter auf die Insel Sao Vicente. Wieder ging der Flug über Santiago. Allerdings hatte der Flieger hier ein Problem und wurde vor unseren Augen gewartet. Zwischendurch setzte noch ein sehr heftiger Regenschauer ein. Nach 10 Minuten stand das gesamte Flughafengelände unter Wasser.

Der Flieger war dann nach ca. 4 Stunden wieder fit (das wäre dann unser Nachmittag zur freien Verfügung gewesen) und wir flogen nach Sao Vicente, wo wir um ca. 18 Uhr landeten. Sao Vicente war übrigens einer der wenigen Airports, wo wir mit dem Bus vom Flieger abgeholt wurden. Sonst sind wir immer gelaufen.

Am Kofferband gab es dann die nächste Überraschung: Nach 10 Koffern hörte das Band auf und es kamen auch keine Koffer mehr. Juchei!

Also los zum Lost-And-Found-Schalter. Hier versicherte man uns, dass das Gepäck am nächsten Morgen im Hotel sein würde.

Mindelo

Mit Josef unserem Guide ging es dann in die Inselhauptstadt Mindelo in das Hotel Atlantico Oasis Porto Grande in Mindelo. In unserem Zimmer roch es verdammt stark nach Kläranlage. Optimistisch wie wir waren, haben wir mal kräftig durchgelüftet und sind in einen Supermarkt Shoppen gegangen. Praktische Sachen wie Zahnbürste und Zahnpasta waren im Koffer auf Sao Vicente.

Danach waren wir Essen im Hotel Restaurant, welches sehr fein eingerichtet war und einen tollen Service hatte. Zum Glück ist das kapverdische Klima so, dass Klamotten kaum gewechselt werden müssen.

Die Nacht war auch nicht besonders toll. Im Zimmer stank es immer noch und geduscht in durchgeschwitzte Sachen zu schlüpfen ist kein Spaß.

Am nächsten Tag ging es dann nach einem guten Frühstück und einem Zimmertausch (an der Rezeption wusste man bereits über das Zimmer Bescheid) mit Josef durch Mindelo. Eine echt tolle und bunte Stadt mit einem Hafen, der die besten Tage hinter sich hat.

Nach der Stadtführung haben wir den Berg Monte Verde mit dem entsprechenden Strand besichtigt. Nach dem Mittagessen konnten wir den Tag zur freien Verfügung nutzen. Richtig viel machen ohne Koffer konnten wir nicht. Angeblich sollten sie am Abend kommen. Als ich um 23 Uhr noch mal fragte, waren keine Koffer da.

Santo Antao

Am nächsten Morgen ging es dann mit der Fähre nach Santo Antao. Ich weiß jetzt auf jeden Fall, warum Fährunglücke im afrikanischen Raum immer so schlimm sind: Eine zugelassene Fähre für 400 Personen mit etwa 800 Menschen voll zu laden ist ein wenig fahrlässig. Aber eben nur ein wenig.

Die Überfahrt war insgesamt anstrengend, weil rund um uns die Kapverdianer ihr Frühstück noch einmal genau betrachteten.

Auf Santo Antao war dann großes Chaos beim Aussteigen angesagt (wie gesagt, der Kapverdianer an sich reist nicht gerne).

Santo Antao ist die einzige Insel, die keinen Flughafen hat. Alle Waren werden über das Schiff transportiert bzw. selbst produziert. Praktischerweise ist die Insel eine der fruchtbarsten. Im Paul-Tal (welches wir spontan in Linda-Tal umgetauft haben), werden aller Hand exotische Früchte und Mais angebaut.

Die Insel besteht ansonsten aus einem erloschen Vulkan und vielen kargen Felsen. Ein Dorf konnte nur über einen einspurigen Feldweg erreicht werden. Die Fahrt hierhin war sehr spaßig…

Wieder in Mindelo gab es dann eine Überraschung, die Koffer waren immer noch nicht da. Also sind Frieder und ich mit Josef an den Flughafen gefahren. Hier standen die Koffer seit gestern Morgen. Cool, das.

Die Rückreise nach Boa Vista

Der nächste Vormittag war zur freien Verfügung. Melli und ich genossen den Pool und die frischen Klamotten. Eine frische Unterhose ist echt was Tolles.

Dann ging es mit dem Flieger (und vielen wichtigen Utensilien im Handgepäck) über Sal nach Boa Vista zurück.

Von Schildkröten und

Sonntagabend ging es dann mit einer kleinen Gruppe zu einer Schildkrötenbesichtigung. Um 21 Uhr ging die Tour auf Pick-Ups los. Wir fuhren sehr lang an einen entlegenen Strandabschnitt und konnten hier in der Dunkelheit die Eiablage einer Schildkröte beobachten. Das war ein mächtiger Brummer: Fast 80 cm lang und 40cm breit (Panzer). Insgesamt ein sehr tolles Erlebnis und es wurde auch sehr stark darauf geachtet, die Tiere nicht zu stören. Das hieß am Strand ohne Licht geduckt laufen. Abenteuer der Neuzeit 🙂

Leider konnte man hier keine Fotos machen 🙁

Am nächsten Tag haben wir noch die Hauptstadt von Boa Vista, Sal Rei, besucht. Im Vergleich zu den anderen Städten war das aber sehr enttäuschend. Als wir aus dem Taxi gestiegen sind, hatten wir plötzlich 10 neue Freunde, die uns ihre Läden zeigen wollten und einen Cousin in Hamburg hatten.

Nach weiteren drei Tagen Badeaufenthalt ging es dann zurück nach Frankfurt.

Rückblick

Die auf den Kap Verden hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Strände und Landschaften sind traumhaft. Für einen reinen Badeurlaub ist es aber zu schade. Erst durch die durch das Land hat man die Möglichkeit, die Vielfalt der Kap Verden zu erkennen.

Man darf aber nie vergessen, dass man in eins der ärmsten Länder der Welt fährt. Man sieht die Armut, aber man spürt sie nicht. In keinem Gesicht auf den Kap Verden haben wir Trauer oder Verzweiflung gesehen. Im Gegenteil: Pure Lebensfreude.

Wir kommen auf jeden Fall wieder…

Bilder

Hier gibt es jetzt ein Menge Bilder zum gucken. Das blättern nicht vergessen 😉

Veröffentlicht von

Benni

Hallo, ich bin Benni und ich blogge hier über verschiedene Themen. Sehr gerne z.B. über Tipps und meine Hobbys außerhalb des Netztes. Wenn euch die Seite gefällt, lasst doch einen Kommentar da :-)

4 Gedanken zu „Hochzeitsreise Cabo Verde“

  1. Aloha,
    ein schöner ausführlicher Bericht, der Lust auf Urlaub macht.
    Freut mich sehr, das Ihr eine so schöne Zeit hattet.
    Liebe Grüße
    Hörg

  2. wir haben heute kurzfristig eine Woche Boa Vista gebucht und auf der Suche nach Infos bin ich auf deine Seite gestossen. Deine Darstellungen sind natürlich und unabhängig und deine Fotos spiegeln die Inseln wieder. Mir gefällt das und ich werde mal wieder reinschauen.

  3. Hallo Wally,
    dann wünsche ich euch mal einen schönen Urlaub auf Boa Vista und ich freue mich, wenn dir mein Bericht und die Fotos gefallen haben.
    Viele Grüße
    Benni

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